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Die Einseitigkeit des Internet

AutorBeitrag

am 03.09.2009 geschrieben am 03.09.2009 geschrieben

Ich habe im Globalfutureblog eine These formuliert, zu der mich Eure Meinung interessieren würde:

Das Internet ist der Höhepunkt einer gesellschaftlichen Spaltung, die in der Renaissance begonnen hat. Für eine wirklich zukunftsfähige Gesellschaft muss diese Spaltung überwunden werden.

"Digitale Handarbeit und technische Demokratie";
http://www.globalfutureblog.de/allgemein/digitale-handarbeit-und-technische-demokratie/

Bin gespannt auf Eure Ansichten!

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am 06.09.2009 geschrieben am 06.09.2009 geschrieben

Hi Niels!

Interessanter Ansatz.

Opensource für technische Baupläne und in der echten Welt anwendbares wissen sind definitiv fördernswert!

Ich denke trotzdem, dass die lokale Produktion im Wettbewerb mit den zentralistischen Ansätzen der Großindustrie vermutlich unterlegen sein wird: die berühmten Skaleneffekte.
Es mag durchaus Nischen geben, wo das anders ist oder wo Effizienz nicht das erste Entscheidungskriterium ist: z.B. dezentrale Energieerzeugung (die Menschen wollen Autonomie erlangen).

Auch verstehe ich den Rückschluss zur Ressourceneffizienz bzw. Nachhaltigkeit nicht ganz. Natürlich geht man mit lokalen Ressourcen behutsamer um, wenn man selber dort lebt, aber wer legt sich denn heutzutage schon fest, wo er den Rest seines Lebens verbringt und wer produziert genau dort wo er lebt?

Wo ich Dir absolut Recht gebe, ist dass wir in der Trennung von Kopf und Physis den Bezug zu den Ressourcen verloren haben. Als Konsumenten wissen wir den Wert der unterschiedlichen Konsumgüter nicht mehr richtig einzuschätzen.
Wir könnten die Früchte der effizienten industriellen Produktion genießen, wenn diese tatsächlich nachhaltig wäre.

Wie schaffen wir es also die Produktion nachhaltig zu gestalten und was ist der Grund dafür, dass sie nicht nachhaltig ist?
Meine Antwort: mit Politik. Der Grund warum unsere Gesellschaft nicht nachhaltig wirtschaftet ist der, dass externe Kosten in den Kalkulationen unserer heutigen Marktwirtschaft nicht mit eingepreist werden müssen. Der Staat muss über geeignete Maßnahmen (wie z.B. den Zertifikatehandel) dafür sorgen, dass externe Kosten nicht von der Gesellschaft, sondern von den Produzenten(Verursachern) bzw. Konsumenten (Nutznießern) zu bezahlen sind.

Um eine Verzerrung des Wettbewerbs zwischen den Regionen/Nationen zu vermeiden, müssen Marktregulierende Maßnahmen dieser Art auf globaler Ebene eingeführt werden. Hierfür benötigen wir demokratische souveräne globale Institutionen - am besten einen Weltstaat mit Gewaltenteilung etc. der strikt nach dem Subsidiaritätsprinzip gelenkt wird.

Wenn man dann demokratisch entscheidet, man wolle lokale Produktion fördern, so könnte man einheitliche Zölle errichten, die aber nicht notwendiger Weise zwischen Landesgrenzen zu entrichten wären, sondern eventuell auf Basis von Entfernungen oder Transportkosten.

mfg
F

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